Was ist Microdata?
Microdata ist ein Auszeichnungsformat für strukturierte Daten im HTML-Code, bei dem Attribute wie itemscope, itemtype und itemprop die sichtbaren Inhalte einer Webseite für Suchmaschinen maschinenlesbar kennzeichnen. Microdata ist Teil des HTML-Standards der WHATWG und wird meist mit dem Vokabular von Schema.org kombiniert. Google wertet Microdata für Rich Results aus, empfiehlt aber JSON-LD als bevorzugtes Format.

Kurzprofil des Begriffs
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Wortart | Substantiv, Fachbegriff aus der Webentwicklung |
| Aussprache | ˈmaɪkroʊˌdeɪtə |
| Spezifikation | HTML Living Standard der WHATWG, Kapitel 5 „Microdata“ |
| Kernattribute | itemscope, itemtype, itemprop, itemid, itemref |
| Übliches Vokabular | Schema.org |
| Verwandte Formate | JSON-LD, RDFa |
| Andere Bedeutung | In der Statistik heißen Einzeldaten aus Erhebungen ebenfalls Mikrodaten (englisch microdata) |
Wie funktioniert Microdata?
Microdata schreibt die Bedeutung eines Inhalts als Attribut direkt an das HTML-Element, das diesen Inhalt anzeigt. Ein Browser stellt die Seite unverändert dar. Ein Crawler liest aus denselben Elementen zusätzlich ab, welche Art von Ding beschrieben wird und welche Eigenschaft ein bestimmter Text trägt. So entstehen strukturierte Daten ohne einen zweiten Datenblock neben dem Inhalt.
Der HTML-Standard definiert für Microdata 5 Attribute:
- itemscope: Eröffnet ein neues Item, also eine Gruppe zusammengehöriger Eigenschaften. Alles innerhalb des Elements gehört zu diesem Item.
- itemtype: Legt per URL fest, welcher Typ beschrieben wird, zum Beispiel
https://schema.org/Bakeryfür eine Bäckerei. - itemprop: Benennt eine Eigenschaft des Items. Der Wert ist der Textinhalt des Elements, bei Links und Bildern die Adresse aus
hrefodersrc. - itemid: Vergibt einen global eindeutigen Bezeichner für das Item, sofern das Vokabular das zulässt.
- itemref: Holt Eigenschaften aus Elementen dazu, die außerhalb des Items im Dokument stehen.
Welche Typen und Eigenschaften es gibt, regelt Microdata selbst nicht. Das Vokabular liefert in der Praxis fast immer Schema.org, das Google, Bing und Yahoo 2011 gemeinsam gestartet haben. Die Einführungsseite von Schema.org erklärt die Auszeichnung bis heute am Beispiel von Microdata.
Wie sieht Microdata im HTML-Code aus?
Microdata erkennst du im Quelltext an den Attributen itemscope, itemtype und itemprop an ganz normalen HTML-Elementen. Das folgende Beispiel zeichnet eine fiktive Bäckerei mit Name, Telefonnummer und Adresse aus:
<div itemscope itemtype="https://schema.org/Bakery">
<h2 itemprop="name">Bäckerei Sonnenkorn</h2>
<p>Telefon: <span itemprop="telephone">089 000000</span></p>
<div itemprop="address" itemscope itemtype="https://schema.org/PostalAddress">
<span itemprop="streetAddress">Lindenstraße 4</span>,
<span itemprop="postalCode">80331</span>
<span itemprop="addressLocality">München</span>
</div>
</div>
Die Adresse ist ein eigenes Item vom Typ PostalAddress, das über itemprop="address" an die Bäckerei gehängt wird. Genau diese Verschachtelung macht Microdata bei größeren Datenmengen unübersichtlich: Jede Ebene braucht ein eigenes HTML-Element, und die Struktur der Daten muss der Struktur des Layouts folgen.
Dieselben Angaben sehen in JSON-LD so aus:
<script type="application/ld+json">
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Bakery",
"name": "Bäckerei Sonnenkorn",
"telephone": "089 000000",
"address": {
"@type": "PostalAddress",
"streetAddress": "Lindenstraße 4",
"postalCode": "80331",
"addressLocality": "München"
}
}
</script>
Was ist der Unterschied zwischen Microdata, JSON-LD und RDFa?
Microdata, JSON-LD und RDFa transportieren dieselben Schema.org-Angaben und unterscheiden sich im Ort der Auszeichnung. Microdata und RDFa stehen als Attribute am sichtbaren HTML. JSON-LD steht als eigener Datenblock in einem Script-Tag und ist vom Layout vollständig getrennt.
| Merkmal | Microdata | JSON-LD | RDFa |
|---|---|---|---|
| Ort der Auszeichnung | Attribute am sichtbaren HTML | eigener Block im Script-Tag | Attribute am sichtbaren HTML |
| Typische Attribute | itemscope, itemtype, itemprop | @context, @type, @id | vocab, typeof, property |
| Bindung an den sichtbaren Text | fest | keine | fest |
| Verschachtelung | über HTML-Ebenen | über JSON-Objekte | über HTML-Ebenen |
| Einfügen per JavaScript | nur zusammen mit dem Inhalt | eigenständig, von Google gelesen | nur zusammen mit dem Inhalt |
| Status bei Google | unterstützt | empfohlen | unterstützt |
Microdata ist im Web weiterhin verbreitet. Laut Web Almanac 2024 des HTTP Archive trägt jede vierte Seite Microdata (26 Prozent der mobilen Seiten). JSON-LD steht auf 41 Prozent der mobilen Seiten und ist seit 2022 von 34 Prozent aus gewachsen. Ein großer Teil des Microdata-Bestands stammt aus Themes und Shopsystemen, die das Format fest in ihre Vorlagen geschrieben haben.
Warum empfiehlt Google JSON-LD?
Google empfiehlt JSON-LD, weil sich das Format am einfachsten einbauen und dauerhaft pflegen lässt. In der Dokumentation von Google Search Central heißt es, JSON-LD sei für Website-Betreiber die einfachste Lösung, um strukturierte Daten in großem Umfang umzusetzen und zu pflegen, und weniger anfällig für Fehler. Google nennt 3 Gründe:
- Getrennt vom sichtbaren Text: Ein Redesign oder eine neue Vorlage beschädigt die Auszeichnung nicht, weil sie an keinem einzelnen HTML-Element hängt.
- Einfache Verschachtelung: Verbundene Angaben wie Organisation, Adresse und Ansprechpartner lassen sich als JSON-Objekte ausdrücken, unabhängig vom Layout.
- Dynamisch einfügbar: Google liest JSON-LD auch dann, wenn ein Script es erst beim Laden in die Seite schreibt. Was das für die Indexierung bedeutet, erklärt der Beitrag zu JavaScript SEO.
Für das Ranking spielt das Format keine Rolle. Google schreibt ausdrücklich, alle drei Formate seien gleichwertig, solange das Markup gültig ist und der Dokumentation der jeweiligen Funktion folgt. Die Testplattform SearchPilot kommt nach eigenen Angaben aus Hunderten Kundentests zum selben Ergebnis: Ein Wechsel von Microdata zu JSON-LD hat in keinem Test einen messbaren Effekt auf den organischen Traffic gezeigt (Stand September 2024). Voraussetzung für Rich Snippets ist in beiden Formaten dieselbe: Vollständige Pflichtfelder und Angaben, die zum sichtbaren Inhalt passen.
Wann ist Microdata heute noch sinnvoll?
Microdata ist sinnvoll, wenn Auszeichnung und Inhalt aus derselben Vorlage kommen und fest zusammengehören sollen. Weil jedes itemprop am angezeigten Text hängt, kann die Auszeichnung nicht still veralten. Ein Preis im Markup ist immer der Preis, der auf der Seite steht. In 3 Situationen passt Microdata deshalb gut:
- Funktionierender Bestand: Ein Theme oder Shopsystem gibt valides Microdata aus, und der Rich-Results-Test zeigt keine Fehler. Ein Umbau bringt hier keinen Rankinggewinn.
- Kleine statische Seiten: Eine Handvoll Angaben wie Name, Adresse und Öffnungszeiten, die im Template ohnehin nebeneinander stehen.
- Breadcrumbs im Template: Die Brotkrumen-Navigation ist bereits als Liste im HTML angelegt und lässt sich mit wenigen Attributen auszeichnen.
Für Wissensgraphen mit vielen verbundenen Knoten, etwa Organisation, Personen, Leistungen und Artikel über @id verknüpft, ist Microdata zu schwerfällig. Diese Art der Auszeichnung, auf der auch Sichtbarkeit in KI-Antworten aufbaut, setzt JSON-LD voraus.
Was passiert, wenn Microdata und JSON-LD gleichzeitig auf einer Seite stehen?
Stehen Microdata und JSON-LD für dieselbe Sache auf einer Seite, liest Google beide Auszeichnungen und behandelt sie ohne gemeinsamen Bezeichner als zwei getrennte Objekte. Das passiert häufig nach einem Plugin-Wechsel: Das alte Theme schreibt weiterhin Microdata ins HTML, das neue SEO-Plugin ergänzt JSON-LD. Auf einer Produktseite existieren dann zwei Product-Objekte, im ungünstigen Fall mit unterschiedlichen Preisen oder Bewertungen.
Wie schnell doppelte Auszeichnung Fehler erzeugt, hat taismo 2026 an der eigenen Website gemessen. Zwei Quellen lieferten dort dieselbe Brotkrumen-Liste unter derselben Kennung. Nach dem Zusammenführen fehlte an einer Position ein Pflichtfeld, und die Search Console meldete den Fehler auf zunächst 23 Seiten. Die Ursache waren zwei Fassungen desselben Objekts, die sich widersprachen.
Die sichere Regel lautet deshalb: Jede Entität wird in genau einem Format ausgezeichnet. Wer beide Formate vorübergehend parallel betreiben muss, verbindet sie über denselben Bezeichner, also itemid in Microdata und @id in JSON-LD.
Wie stellst du von Microdata auf JSON-LD um?
Die Umstellung von Microdata auf JSON-LD gelingt in 4 Schritten, die in einem gemeinsamen Deployment enden.
- Bestand erfassen: Der Rich-Results-Test von Google und der Schema Markup Validator von Schema.org zeigen für jede Seitenvorlage, welche Typen als Microdata ausgezeichnet sind.
- JSON-LD aufbauen: Für jede Vorlage entsteht ein JSON-LD-Block mit denselben Typen und Werten. Globale Angaben wie die Organisation werden einmal definiert und auf den Unterseiten nur per
@idreferenziert. - Microdata entfernen: Die Attribute verschwinden im selben Deployment aus den Vorlagen, in dem der JSON-LD-Block live geht. So steht zu keinem Zeitpunkt eine doppelte Auszeichnung online.
- Prüfen und beobachten: Stichproben im Rich-Results-Test, danach die Berichte zu strukturierten Daten in der Google Search Console über mehrere Wochen verfolgen.
Welche Schema-Typen sich für welche Seite lohnen und wie ein verknüpfter @id-Graph aufgebaut ist, zeigt der Praxisratgeber Schema.org und JSON-LD in der Praxis. Ob auf deiner Website noch alte Microdata-Reste neben JSON-LD stehen, deckt ein SEO Audit auf.
Häufige Fragen zu Microdata
Ist Microdata schlecht für SEO?
Nein. Google unterstützt Microdata vollständig und behandelt valides Microdata gleichwertig zu JSON-LD. Rich Results hängen an vollständigen Pflichtfeldern, das Format entscheidet darüber nicht.
Können KI-Systeme Microdata lesen?
Microdata steht im HTML-Quelltext und ist damit für jeden Crawler lesbar, der die Seite abruft. Wie stark Anbieter wie OpenAI oder Perplexity strukturierte Daten gewichten, legen sie nicht offen. Viele KI-Crawler führen kein JavaScript aus, deshalb gehört auch JSON-LD serverseitig ins HTML.
Mit welchen Tools prüfe ich Microdata?
Der Rich-Results-Test von Google zeigt, welche Rich Results eine Seite erzeugen kann. Der Schema Markup Validator unter validator.schema.org prüft die Auszeichnung unabhängig von Google. Beide Tools lesen Microdata, JSON-LD und RDFa.
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