Cloaking
Was ist Cloaking?
Cloaking ist eine Spam-Technik, bei der ein Webserver Suchmaschinen-Crawlern andere Inhalte ausliefert als menschlichen Besuchern, um Rankings zu manipulieren. Google definiert Cloaking in seinen Spam-Richtlinien als Verfahren, „bei dem für menschliche Nutzer andere Inhalte als für Suchmaschinen zur Verfügung gestellt werden“, und ahndet den Verstoß mit Rankingverlust bis hin zum Ausschluss aus dem Index. Cloaking zählt zu den Black-Hat-SEO-Techniken.

Wie funktioniert Cloaking technisch?
Der Webserver entscheidet bei jedem Aufruf, welche Version der Seite er ausliefert. Dafür prüft er zwei Merkmale des Besuchers: den User-Agent (meldet sich der Zugriff als „Googlebot“?) und die IP-Adresse (stammt der Zugriff aus den bekannten Adressbereichen der Suchmaschinen-Crawler?). Erkennt der Server einen Crawler, liefert er eine eigens präparierte, keyword-optimierte Version aus; echte Besucher sehen einen anderen Inhalt.
Googles Spam-Richtlinien nennen als Beispiel eine Seite, die dem Crawler Reise-Inhalte zeigt, während Nutzer Angebote für Arzneimittel sehen. Auch das Einblenden von Text oder Keywords ausschließlich für Suchmaschinen ist Cloaking.
Warum bestraft Google Cloaking?
Cloaking täuscht Nutzer: Sie klicken auf ein Suchergebnis und landen auf einem Inhalt, den Google so nie bewertet hat. Deshalb führt Google Cloaking ausdrücklich in seinen Spam-Richtlinien und reagiert auf zwei Wegen: Algorithmisch erkennen Spam-Systeme wie SpamBrain die Täuschung und werten die Seite ab. Manuell kann das Webspam-Team eine Maßnahme verhängen; die betroffene Website verliert dann Rankings oder fliegt komplett aus dem Index. Über eine manuelle Maßnahme informiert Google in der Search Console, die Aufhebung erfordert einen Antrag auf erneute Überprüfung. Wie andere Black-Hat-SEO-Techniken tauscht Cloaking also einen kurzfristigen Effekt gegen das Risiko, die gesamte Sichtbarkeit zu verlieren.
Was gilt nicht als Cloaking?
Google nennt selbst 3 Fälle, die kein Cloaking sind:
- Paywalls: Bezahlschranken sind zulässig, solange Google denselben Inhalt sieht wie zahlende Abonnenten und die Regeln für flexibles Sampling eingehalten werden.
- JavaScript und Bilder: Inhalte, die erst per JavaScript entstehen oder in Bildern stecken, erschweren Crawlern zwar den Zugriff, gelten aber ohne Täuschungsabsicht nicht als Cloaking.
- Personalisierung und Geo-Anpassung: Unterschiedliche Sprachen oder regionale Inhalte sind erlaubt, solange der Crawler wie ein normaler Besucher derselben Region behandelt wird.
Wie erkennst du Cloaking auf deiner Website?
Cloaking betrifft nicht nur Täter: Gehackte Websites liefern häufig Spam-Inhalte an Crawler aus, während der Betreiber im Browser eine normale Seite sieht. Der zuverlässigste Test ist die URL-Prüfung in der Google Search Console: Sie zeigt das HTML, das der Googlebot tatsächlich erhält. Weicht dieses HTML sichtbar vom Browser-Inhalt ab, liegt ein Problem vor. Ein systematischer Abgleich aller wichtigen Seiten gehört deshalb in jedes SEO-Audit.
Häufige Fragen zu Cloaking
Ist Cloaking illegal?
Cloaking ist kein Straftatbestand, aber ein Verstoß gegen Googles Spam-Richtlinien. Die Konsequenzen betreffen die Sichtbarkeit: Abwertung, manuelle Maßnahme oder Entfernung aus dem Index.
Ist ein Geo-Redirect Cloaking?
Nein, solange alle Besucher aus derselben Region gleich behandelt werden, der Crawler eingeschlossen. Problematisch wird es erst, wenn Crawler gezielt andere Inhalte erhalten als Menschen.
Was unterscheidet Cloaking von Doorway Pages?
Doorway Pages sind eigens für Suchmaschinen erstellte Brückenseiten, die Besucher direkt weiterleiten. Cloaking liefert dagegen unter derselben URL zwei verschiedene Inhalte aus. Beides verstößt gegen Googles Spam-Richtlinien.