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Cumulative Layout Shift (CLS) erklaert: Core-Web-Vitals-Skala fuer visuelle Stabilitaet mit den Schwellenwerten 0,1 und 0,25

Cumulative Layout Shift

Was ist Cumulative Layout Shift (CLS)?

Cumulative Layout Shift (CLS) ist eine der drei Core Web Vitals von Google und misst die visuelle StabilitĂ€t einer Webseite. Die Metrik erfasst, wie stark sich sichtbare Inhalte wĂ€hrend des Ladens unerwartet verschieben – etwa wenn ein nachgeladenes Bild den bereits gelesenen Text nach unten springen lĂ€sst. Als gut gilt ein CLS-Wert von 0,1 oder weniger, gemessen am 75. Perzentil aller realen Seitenaufrufe.

Cumulative Layout Shift (CLS) erklĂ€rt: Core-Web-Vitals-Skala fĂŒr visuelle StabilitĂ€t mit den Schwellenwerten 0,1 und 0,25

CLS gehört seit 2021 zu den offiziellen Core Web Vitals, mit denen Google die Nutzererfahrung einer Seite bewertet. WĂ€hrend Largest Contentful Paint die Ladegeschwindigkeit und Interaction to Next Paint die ReaktionsfĂ€higkeit misst, steht CLS fĂŒr die visuelle Ruhe: Nichts soll unter den Fingern des Nutzers wegrutschen, wĂ€hrend die Seite noch lĂ€dt.

Kurzprofil des Begriffs

Merkmal Angabe
Kategorie Core Web Vital (Feldmetrik zur visuellen StabilitÀt)
AbkĂŒrzung CLS (englisch Cumulative Layout Shift)
Einheit dimensionslose Zahl (kein Zeitwert, keine Sekunden)
Guter Wert ≀ 0,1 · verbesserungswĂŒrdig 0,1–0,25 · schlecht > 0,25
Bewertungspunkt 75. Perzentil aller Seitenaufrufe (Mobil und Desktop getrennt)
Verwandte Metriken Largest Contentful Paint (LCP), Interaction to Next Paint (INP)

Was misst Cumulative Layout Shift genau?

CLS misst die Summe aller unerwarteten Layout-Verschiebungen, die wÀhrend der gesamten Lebensdauer einer Seite auftreten. Eine Layout-Verschiebung passiert immer dann, wenn ein bereits sichtbares Element seine Position zwischen zwei gerenderten Frames Àndert, ohne dass der Nutzer eine Aktion ausgelöst hat.

Der Wert jeder einzelnen Verschiebung ergibt sich aus zwei Faktoren, die miteinander multipliziert werden:

  • Impact Fraction – wie viel Anteil des sichtbaren Bildschirms von der Verschiebung betroffen ist.
  • Distance Fraction – wie weit sich das Element relativ zum Viewport verschoben hat.

Ein Element, das die halbe Bildschirmhöhe einnimmt und um ein Viertel der Höhe nach unten rutscht, erzeugt also einen Layout-Shift-Score von 0,5 × 0,25 = 0,125. Wichtig: Seit 2021 summiert CLS nicht mehr alle Verschiebungen einer Sitzung, sondern nur die stĂ€rkste zusammenhĂ€ngende Verschiebungsphase (das sogenannte Session Window). Das verhindert, dass langlebige Single-Page-Anwendungen kĂŒnstlich schlechte Werte anhĂ€ufen.

Nur unerwartete Verschiebungen zĂ€hlen. Bewegt sich Content als direkte Reaktion auf einen Klick oder eine Tastatureingabe innerhalb von 500 Millisekunden, wird die Verschiebung nicht gewertet – der Nutzer hat sie ja selbst ausgelöst.

Was ist ein guter CLS-Wert?

Ein guter CLS-Wert liegt bei 0,1 oder darunter. Google teilt die Skala in drei Bereiche: bis 0,1 gilt eine Seite als „gut“, zwischen 0,1 und 0,25 als „verbesserungswĂŒrdig“ und ĂŒber 0,25 als „schlecht“. Entscheidend ist dabei nicht der beste oder der durchschnittliche Messwert, sondern das 75. Perzentil – also der Wert, den 75 Prozent aller echten Seitenaufrufe erreichen oder unterbieten.

CLS-Bewertungsskala mit den Schwellenwerten 0,1 und 0,25Google bewertet CLS in drei Stufen: gut bis 0,1, verbesserungswuerdig zwischen 0,1 und 0,25 und schlecht ab 0,25. Gemessen wird am 75. Perzentil der realen Seitenaufrufe.CLS-Bewertung am 75. PerzentilGutVerbesserungswĂŒrdigSchlecht00,10,25∞Ziel: 75 % aller Seitenaufrufe erreichen einen Wert von 0,1 oder besser.Abb. 1 · taismo
Abb. 1: Die CLS-Bewertungsskala mit den Schwellenwerten 0,1 und 0,25.

Weil das 75. Perzentil zĂ€hlt, reicht es nicht, wenn die Seite auf dem eigenen schnellen TestgerĂ€t stabil lĂ€dt. Google stĂŒtzt sich auf die Felddaten echter Nutzer mit unterschiedlichen GerĂ€ten und Verbindungen. Ein einzelnes ruckelndes Banner auf langsamen Smartphones kann den Wert bereits ĂŒber die Marke drĂŒcken.

Was verursacht Layout-Shifts?

Layout-Shifts entstehen fast immer dadurch, dass der Browser Platz fĂŒr ein Element reservieren muss, das erst spĂ€ter eintrifft, und den bereits gerenderten Content dafĂŒr verschiebt. Die hĂ€ufigsten Ursachen:

  1. Bilder ohne GrĂ¶ĂŸenangabe: Fehlen width und height (oder eine aspect-ratio), kennt der Browser die Bildmaße erst beim Laden und schiebt den Folge-Content nach unten. Das passende Bildformat Ă€ndert daran nichts – entscheidend ist die reservierte FlĂ€che.
  2. Werbung, Embeds und iframes ohne feste Maße: Anzeigen, Social-Media-Einbettungen oder Videoplayer laden asynchron und drĂŒcken vorhandenen Content weg, wenn kein Platzhalter definiert ist.
  3. Dynamisch nachgeladener Content: Cookie-Banner, Newsletter-Boxen oder „Ähnliche Artikel“, die per JavaScript oberhalb bestehender Inhalte eingefĂŒgt werden.
  4. Webfonts (FOIT/FOUT): Wenn eine Schrift nachgeladen wird und der Text von der Ersatz- auf die Zielschrift umbricht, verÀndern sich ZeilenlÀngen und Höhen.
  5. Unsauberes Lazy Loading: Verzögert geladene Bilder ohne reservierte FlÀche verschieben das Layout genau in dem Moment, in dem der Nutzer scrollt.
Layout-Shift durch ein nachgeladenes Bild ohne reservierten PlatzOhne reservierte Bildflaeche springt der Text nach dem Laden nach unten (Layout-Shift). Mit reserviertem Platz per width und height bleibt der Text an seiner Stelle stabil.Ohne reservierten PlatzMit width & heightÜberschriftBild lĂ€dt nachÜberschriftPlatz reserviertReservierte FlĂ€che verhindert, dass der Text beim Nachladen wegspringt.Abb. 2 · taismo
Abb. 2: Nachgeladenes Bild ohne reservierten Platz (links) drĂŒckt den Text weg – mit fester GrĂ¶ĂŸe (rechts) bleibt das Layout stabil.

Wie wird CLS gemessen?

CLS wird auf zwei Wegen erhoben: ĂŒber Felddaten echter Nutzer und ĂŒber Labortests. FĂŒr die Google-Bewertung zĂ€hlen ausschließlich die Felddaten.

  • Felddaten (Field Data): Der Chrome User Experience Report (CrUX) sammelt CLS-Werte anonym von echten Chrome-Nutzern. Diese Daten fließen in PageSpeed Insights und in den Core-Web-Vitals-Bericht der Google Search Console ein – die Grundlage der eigentlichen Bewertung.
  • Labordaten (Lab Data): Werkzeuge wie Lighthouse oder die Chrome DevTools simulieren einen einzelnen Seitenaufruf unter kontrollierten Bedingungen. Sie eignen sich zur Ursachensuche, spiegeln aber nicht das reale Nutzerspektrum wider.
  • JavaScript-Messung: Die offene web-vitals-Bibliothek von Google erfasst CLS direkt im Browser und lĂ€sst sich an jedes Analyse-Tool anbinden.

Ein Unterschied ist zentral: Lab-Tools messen CLS nur bis zum initialen Laden, Felddaten erfassen die gesamte Sitzung inklusive Scrollen und Interaktion. Deshalb kann ein Lighthouse-Wert grĂŒn sein, wĂ€hrend die Search Console rot meldet.

Wie reduziert man CLS?

CLS reduziert man, indem man dem Browser von Anfang an mitteilt, wie viel Platz jedes Element braucht. Die wirksamsten Maßnahmen:

  1. Bild- und Videomaße setzen: Immer width und height (oder aspect-ratio in CSS) angeben, damit der Browser die FlĂ€che vorab reserviert.
  2. Platz fĂŒr Werbung und Embeds reservieren: Feste Container-Höhen fĂŒr Anzeigen, iframes und dynamische Boxen definieren, statt sie den Content wegdrĂŒcken zu lassen.
  3. Keinen Content ĂŒber bestehendem einfĂŒgen: Banner und Hinweise unterhalb oder als Overlay statt oberhalb des sichtbaren Inhalts platzieren.
  4. Webfonts optimieren: font-display: optional oder swap mit passender Fallback-Schrift nutzen und die wichtigste Schrift vorab laden (preload).
  5. Animationen ĂŒber transform lösen: Bewegungen mit transform statt mit layout-auslösenden Eigenschaften wie top oder height umsetzen.

In der Praxis lohnt es sich, mit den grĂ¶ĂŸten sichtbaren Elementen zu beginnen – dort wirkt jede Korrektur am stĂ€rksten auf den Score. Wer nicht weiß, welche Elemente die Verschiebung auslösen, findet die Verursacher im Bericht der Search Console oder in der Ebene „Layout Shift“ der Chrome DevTools. Eine strukturierte technische PrĂŒfung dieser und der ĂŒbrigen Core Web Vitals ist fester Bestandteil eines SEO-Audits.

HĂ€ufige Fragen zu CLS

Ist CLS ein Rankingfaktor?
Ja, CLS ist Teil der Core Web Vitals und damit ein bestÀtigtes, wenn auch schwaches Rankingsignal. Bei vergleichbarer Relevanz kann ein guter CLS-Wert den Ausschlag geben, ersetzt aber keine starken Inhalte.

Warum ist mein CLS auf dem Handy schlechter als am Desktop?
Auf Smartphones ist der Viewport kleiner und die gleiche Verschiebung nimmt relativ mehr Bildschirm ein. Zudem laden mobile Verbindungen Bilder und Anzeigen langsamer nach, was Layout-Shifts begĂŒnstigt.

ZĂ€hlt eine Verschiebung nach einem Klick zum CLS?
Nein, Verschiebungen, die innerhalb von 500 Millisekunden auf eine Nutzeraktion folgen, gelten als erwartet und fließen nicht in den CLS-Wert ein.

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